Ökologische Züchtung

Der BNN setzt sich, sowohl im Bereich der Pflanzenzüchtung als auch der Tiergenetik für eigenständige ökologische Züchtungen ein, die ohne Gentechnik und Patente auskommen. Gleichzeitig bedeutet eine eigenständige ökologische Züchtung mehr Unabhängigkeit der Bio-Bauern und damit auch der Bio-Verarbeiter, -Händler und -Kunden von den großen Chemie- und Agrarkonzernen. Denn das Gros der heute üblichen Sorten sowie Rassen stammt aus konventionellen Zuchtprogrammen - auch im ökologischen Landbau. Leider wird in konventionellen Zuchtprogrammen in der Regel einseitig auf hohe Erträge und optische Makellosigkeit im Rahmen der intensiven, konventionellen Landwirtschaft getrimmt, während Anbau und Haltung unter Bio-Bedingungen sowie ethische Aspekte keine Berücksichtigung finden. Das millionenfache Kükenschreddern, da die männlichen Küken der Legehennenrassen nicht zur Mast taugen, ist ebenso eine Folge dieser Entwicklungen, wie Zuchtlinien, bei denen die Gesundheit der Tiere auch unter guten Bedingungen nicht mehr gewährleistet werden kann. 

Und auch ökonomisch sind die Folgen dramatisch: bereits heute ist die Marktkonzentration auf einige wenige Anbieter von Saatgut und Nutztieren weit fortgeschritten. Diese beinahe monopolartige Stellung wird sich durch neue Formen des Gentechnikeinsatzes verstärken, da sich die großen Unternehmen der Agrarindustrie die entstehenden Sorten patentieren lassen. Somit stehen sie anderen Züchtern nicht mehr für ihre Arbeit zur Verfügung. Leider wird diese Entwicklung auch juristisch gestützt, indem - wider der verbreiteten Auffassung, dass es keine Patente auf Leben geben sollte - zunehmend solche beantragt und auch erteilt werden. 
Besser geeignet ist der Sortenschutz, der speziell auf das Kulturgut „Sorten“ ausgerichtet ist. Einerseits sichert er die Vermarktungsrechte des Züchters, andererseits ermöglicht er über das sogenannte Züchterprivileg, dass mit den Sorten weitergezüchtet werden kann.