BNN-Orientierungswerte
Bio-Produkte definieren sich nicht durch Rückstandsfreiheit an Pestiziden und Schadstoffen, sondern über den Prozess ihrer Erzeugung und Herstellung, z.B. durch den Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel. Die gesetzlichen Vorschriften für den Bio-Landbau sehen deshalb bewusst keinen eigenen Grenzwert für Pestizide bei Bio-Produkten vor. Nachweise von Stoffen, die im Ökolandbau nicht erlaubt sind, können ein Hinweis auf eine Anwendung sein. Ebenso können Bio-Produkte aber auch von Umweltbelastungen durch den jahrzehntelangen intensiven Pestizideinsatz in der konventionellen Landwirtschaft betroffen sein. Der BNN hat deshalb einen Orientierungswert für Pestizide eingeführt: Ist dieser Wert überschritten muss für jeden Einzelfall recherchiert werden, ob es sich um einen Hinweis handelt, dass gegen die gesetzlichen Regelungen für den Ökologischen Landbau verstoßen wurde.
Im Oktober 2005 trafen sich auf Einladung des BNN zahlreiche Hersteller und Inverkehrbringer von Bio-Speiseölen, um gemeinsam eine einheitliche Vorgehensweise gegen Weichmacher in griechischem Olivenöl abzustimmen. In Anlehnung an den BNN-Orientierungswert für chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel sind als Ergebnis des Treffens Orientierungswerte für Weichmacher (Phthalate und Adipate) in Speiseölen festgelegt worden. Diese vorläufigen Orientierungswerte wurden im April 2006 deutlich reduziert.
