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Aktuelles

14.02.2012 - Mehr als gute Umsätze: Naturkostbranche liegt auch bei Nachhaltigkeit vorne

Der Umsatz mit Naturkost und Naturwaren im Fachhandel wächst seit Jahren ungebrochen und hat 2011 erstmals ein Jahresvolumen von mehr als zwei Milliarden Euro erreicht. Die Großhandelsunternehmen, die ihren Umsatz an den Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) e.V. melden, konnten 2011 ein Plus von plus 12,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr verbuchen. Darin enthalten sind auch die Umsätze mit Neukunden. Das Umsatzwachstum in den bestehenden Naturkostfachgeschäften, inklusive solcher, die ihre Flächen erweitert haben, lag laut Betriebsvergleich ContRate der Kommunikationsberatung Klaus Braun 2011 bei 11,9 Prozent.


2010 und 2011 wurden je etwa 65 Biomärkte mit mehr als 200 Quadratmeter Verkaufsfläche neu eröffnet. Gleichzeitig schloss etwa die gleiche Zahl eher kleinerer Geschäfte. Teils waren diese Läden aufgrund des Wettbewerbsdrucks wirtschaftlich nicht mehr tragfähig; teils eröffneten ihre Inhaber neu auf oft deutlich größerer Fläche. Bei nahezu gleichbleibender Zahl der Verkaufsstellen nimmt somit die Bedeutung großflächiger Biomärkte erkennbar zu.
„Die Bioläden und Biosupermärkte haben 2011 ihre Umsätze vor allem dadurch gesteigert, dass sie elf Prozent mehr Kunden begrüßen konnten", erläutert Klaus Braun, Inhaber der Kommunikationsberatung Klaus Braun, seine Analyse. „Zudem fiel der durchschnittliche Wert der Kassenbons leicht höher aus als im Vorjahr." Da die Kosten stabil blieben und die Läden ihre Handelsspanne weiter verbesserten, konnten sie ihre Betriebsergebnisse im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent steigern.

  

Sich am eigenen Anspruch messen: der BNN-Nachhaltigkeitsmonitor

Für die Unternehmen der Naturkostbranche ist es unabdingbar, dass wirtschaftliches Wachstum nicht auf Kosten von Umwelt und Ressourcen und damit künftiger Generationen geht. Wie gut das den Pionieren der Nachhaltigkeit gelingt, zeigen die ersten Ergebnisse aus dem neuen Nachhaltigkeitsmonitor, die der BNN Herstellung und Handel auf der BioFach 2012 präsentierte. So ist bei der Stromversorgung der BNN-Unternehmen die Energiewende bereits vollzogen: Nur fünf Prozent der elektrischen Energie stammt noch aus fossilen Energieträgern, im Vergleich zu 55 Prozent im bundesdeutschen Haushalts-Strommix.


Der erste Zwischenbericht zum BNN-Nachhaltigkeitsmonitor zeigt auch, dass Strom aus Atomkraftwerken mit zwei Prozent quasi keine Rolle mehr spielt, während der Bundesdurchschnitt noch immer bei 22 Prozent liegt. Dementsprechend dominiert bei den BNN-Unternehmen Strom aus erneuerbaren Energiequellen: 93 Prozent werden mit Hilfe von Sonne, Wind und Wasser gewonnen, im Vergleich zu nur 17 Prozent im durchschnittlichen deutschen Haushalt.
Ökologie ist nur eine Dimension der Nachhaltigkeit, ebenso wichtig sind Leistungen in den Bereichen Ökonomie und Soziales. Beim Rohstoffbezug zeigt der BNN-Nachhaltigkeitsmonitor das traditionelle Engagement der Naturkostbranche für regionale Wirtschaftskreisläufe deutlich in Zahlen: 42 Prozent der Rohwaren stammen aus Deutschland. Zum Indikator „Spenden/Sponsoring/Stiftungen" geben 21 von 25 Unternehmen an, dass sie Vereine oder Projekte finanziell unterstützen. Bei der Beschäftigtenstruktur fällt der hohe Anteil weiblicher Führungskräfte von 33 Prozent ins Auge.


Basis des Monitors ist ein Set von rund 120 Indikatoren, die von der imug Beratungsgesellschaft für sozial-ökologische Innovationen GmbH in enger Abstimmung mit den Unternehmen im BNN entwickelt wurden. In die erste Analyse sind Daten von 25 der 71 BNN-Mitglieder eingeflossen. Für einzelne Indikatoren werden regelmäßig Best-Practice-Beispiele aus der Datenbank gefiltert, so dass andere sich an den nachahmenswerten Maßnahmen orientieren können. „Das Geschäftsfeld Bio garantiert schon ein hohes Maß an Nachhaltigkeit, denn ökologisch produzierte Lebensmittel schonen Boden, Flora und Fauna, Wasser und Klima", betont BNN-Geschäftsführerin Elke Röder. „Doch mit dem Nachhaltigkeitsmonitor wird nun auch die im BNN-Kodex enthaltene Selbstverpflichtung eingelöst, Nachhaltigkeitsleistungen der Unternehmen zu dokumentieren und zu verbessern."

  

Gutes Personal braucht fundiertes Fach-Wissen

Der wachsende Biomarkt braucht mehr gutes Personal. Gerade im Handel fehlt Bewerbern jedoch oft das Fachwissen, um die meist gut informierten und interessierten Kunden bestmöglich zu beraten. Solche speziellen Inhalte werden in der Ausbildung von Einzelhandelskaufleuten nur ansatzweise abgedeckt. Ab Herbst 2012 soll daher eine bundesweit einheitliche Zusatzqualifikation für die Bio- und Reformhausbranche, nach Möglichkeit mit abschließender IHK-Prüfung, an den Start gehen. Die Initiative dazu hatten die beiden Bundesverbände Naturkost Naturwaren und der Bundesfachverband Deutscher Reformhäuser ergriffen. Die Fach-Ausbildung kann parallel zur Erstausbildung stattfinden, berufsbegleitend für Quereinsteiger genutzt werden sowie für erfahrenes Personal in den Läden eine anspruchsvolle Fortbildung bedeuten.
Der Lehrplan für die geplanten 180 Unterrichtsstunden legt fest, in welchen Bereichen die künftigen „Berater und Beraterinnen in Naturkost- und Reformwaren" sattelfest sein müssen. Im Themenfeld „Ernährung und Gesundheit" geht es beispielsweise nicht nur um klassische Themen wie Bio-Warenkunde, ökologische Wirtschaftsweise und Ernährungslehren, sondern auch um die Pflege einer Käsetheke oder um dekorative Naturkosmetik.


Der neue Kurzfilm zum BNN-Nachhaltigkeitsmonitor: Was heißt Nachhaltigkeit im Unternehmensalltag? Die drei BNN-Unternehmen Byodo, Ökoring und Herbaria zeigen, was sie in Sachen Energiewende bereits erreicht haben. Der Klick zum Film: www.n-bnn.de/medien/bnn-nachhaltigkeitsmonitor.mp4

 

Der Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) Herstellung und Handel e.V. ist der Verband der mittelständischen Naturkost-Großhandelsunternehmen und Naturkost-Verarbeiter. Der Verband verabschiedet besondere Qualitätsrichtlinien für den Naturkost-Fachhandel, die über die gesetzlichen Anforderungen für Bio-Produkte hinausgehen.

 

Den Pressekontakt finden Sie hier.

Downloads
»BNN-BioFach-Medientag-PK.pdf« (PDF, 1459 KB)
»themenflyer_nachhaltigkeit.pdf« (PDF, 484 KB)
»Bestpractice-Beispiele.pdf« (PDF, 2070 KB)
»Postkarten.zip« (zip-Dokument, 5182 KB)
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