26.1.2018 - Bundesverband Naturkost Naturwaren richtet offenen Brief an CDU/CSU und SPD. „Es braucht konkrete Maßnahmen, um Vertrauen zurückzugewinnen“

Mit dem heutigen Tag beginnen die Verhandlungen von CDU/CSU und SPD für eine neuerliche Große Koalition. Dabei stehen die drei Parteien vor der großen Herausforderung, Vertrauen zurückzugewinnen.

Die Nichteinhaltung der Klimaziele 2020 und die unrühmlichen Vorgänge, die zur Wiederzulassung des Totalherbizids Glyphosat geführt haben, sind nur zwei Beispiele, die die verpassten Chancen im Sinne der Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger zu handeln, illustrieren. Denn zahlreiche Erhebungen bestätigen: die bundesdeutsche Bevölkerung wünscht sich die Transformation zu einem ökologischen und sozialen Wirtschaftsmodel.

„Das Sondierungspapier, das als Grundlage für die nun beginnenden Verhandlungen dient, beinhaltet Ansätze einer notwendigen Weichenstellung. Um das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger zurückzugewinnen, müssen diese Ansätze jedoch in den Koalitionsverhandlungen mit konkreten Maßnahmen hinterlegt werden“, betont Elke Röder, Geschäftsführerin des Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) e.V. Denn so könne die Politik ihrer Aufgabe gerecht werden, den Menschen wieder eine echte langfristige Perspektive aufzuzeigen. „Es geht nicht nur um die Bildung einer neuen Regierung, sondern um ein starkes Signal für eine lebenswerte Zukunft“, so Röder weiter.

Wie der BNN in seinem offenen Brief an die potenziellen Koalitionäre ausführt, gehören zu einer solchen gesellschaftlichen Perspektive Themen wie Klima- und Artenschutz, artgerechte Tierhaltung, umweltschonende Produktionsmethoden, eine Stärkung der ländlichen Räume, eine echte Ernährungswende und ein Prozess zur wirtschaftlichen Umgestaltung in Respekt vor der Endlichkeit des Planeten. Was der Verband und seine Mitglieder von CDU/CSU und SPD fordern, ist der kraftvolle Regierungswille, diese Wege zu skizzieren, zu erklären und auch tatsächlich zu gehen. Oder, wie Elke Röder es formuliert: „Ein Sondierungspapier lässt immer Fragen offen. Ein Koalitionsvertrag darf das nicht, sondern sollte Perspektiven eröffnen, Ziele stecken und sie mit konkreten Maßnahmen beherzt angehen.“